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Eine traumhafte Nacht

Ein neuer Morgen, ein neuer Tag. Augen auf und voller Elan raus aus dem Bett.

Aber, doch nicht bei uns! Ein Blick zu meiner Linken, ach deswegen die Prellungen an der Wirbelsäule. Seit wann liegt eigentlich das kleine Kind neben mir? Mit den Füssen in meinem Gesicht! Und warum sind meine Hände verpackt in Mullbinden? Mein kleiner Zeh ist so schief, und diese Schmerzen!

Ach ja, da fällt es mir wieder ein. Kurz nachdem ich ins Bett gegangen bin und gerade anfing zu träumen, da quietschte es aus dem Kinderzimmer.

Bloß schnell hin, bevor noch alle Beide wach werden.Taumelnd, mit einem Gefühl im Kopf von 18 Gläser Sekt, eierte ich ins Kinderzimmer, aber nicht ohne mir im Dunkeln den Fuss an der Türkante anzustossen. Jetzt bloß nicht schreien!

Ansonsten eilt der komplette Familienrat herbei und eröffnet ein Lagerfeuer um mich herum, damit mein Tanz mit dem Fuss in der Hand, nicht ganz so bescheuert aussieht.

Leise schleiche ich ins Kinderzimmer, die Große hat schon wieder eigenartige Träume. Wo bleibt denn der Sandmann wenn man ihn mal braucht? Wahrscheinlich macht der gerade mit der Zahnfee rum.

Mit ein wenig Händchenhalten wird's gleich besser...sonst funktioniert das immer.

Nun geht das Schluchzen los!

Böses Einhorn, wirst du mal die Mehlwürmer und Kakerlaken wieder ausspucken? Nun brabbelt sie etwas von Doktor Bob. Warum möchte meine Tochter in der Hängematte schlafen?

Wir müssen uns dringend etwas einfallen lassen, damit wir mitbekommen wenn unsere Tochter an der Tür steht und heimlich Dschungelcamp schaut.

So, die Dschungelmaus schläft wieder friedlich. Im Nachbarbett vernehme ich ein leises Atmen und ein lautes Schnurren. Soviel Platz im Bett und die Katze liegt auf dem Rücken meines Kindes.

Ganz vorsichtig und sachte die Katze aus dem Bett nehmen, es könnte so einfach sein. Sie wehrt sich mit allem was sie hat. Zuerst wird sich am Schlafanzug festgekrallt, nachdem ich jede einzelne Kralle entfernt habe, bohren sich diese in meine Hände. Auf dem Weg zur Tür, mache ich Bekanntschaft mit den Eckzähnen.

Jetzt bloß nicht heulen!

Meine Hände sehen aus als, wenn sie in eine Kreissäge geraten sind. Schnell ins Bad und ein Pflaster rauf. Oder auch zwei oder drei. Ach lieber die Mullbinden, sicher ist sicher!

Nun aber fix ins Bett, der Hahn kräht bald.

Wo kommt das Weinen her? Ich bin verwirrt! Wo bin ich? Warum brennen meine Hände?

Ich folge dem Weinen, der Kleine steht im Bett und rüttelt an den Stäben. Fehlt bloß noch ein Becher in der Hand und eine Kettenkugel am Fuss. Ich nehme ihn auf den Arm, hier stand doch sonst immer ein Stuhl?

Ich glaube ich habe mir gerade das Steißbein gebrochen. Bloß nicht heulen!

Der Kleine schläft, ich darf dann bestimmt auch.

So ein Nachtlicht ist eine tolle Erfindung. Wie schön das wir keins haben. Brauchen wir ja auch eigentlich nicht, man kann sich ja herrlich an das Bett herantasten. Hab ja noch neun Zehe!

Endlich im Bett, neben mir ein wohliges Schnarchen. Das immer lauter wird und mich an vorbeifliegende Jets erinnert. Aber ich hab mal gehört, dass die Männer damit ihre Frauen vor wilden Tieren beschützen. Und wilde Tiere möchte ich hier nun wirklich nicht haben. Mir genügen der kleine Tiger, die große Raubkatze und das grunzende Rhinozeros voll und ganz.

Mein Bett wird nun endlich auch wieder warm und ich könnte entspannt einschlafen.Aber das wäre ja blöd, dann wäre ich ja ausgeruht am nächsten Tag. Ich höre ein leises Trippeln... Bitte lass uns Mäuse haben!

Wenn ich mich nicht bewege, dann sieht er mich auch nicht. Ach nein, das war ja beim T- Rex.

Aber eigentlich hab ich ja sowas Ähnliches. Vielleicht geht der Kleine ja wieder, wenn ich still liegen bleibe. Bevor ich diesen Satz zuende gedacht habe, hat Reinhold Messner Junior auch schon den Mount Everest bestiegen und hisst seine Fahne. Ich lege ihn in die Mitte und bin guter Hoffnung das der Kleine sofort wieder einschläft. Jetzt wird noch zwanzig Minuten Hand gehalten und dann sollte der Kleine eigentlich im Reich der Träume angekommen sein.

Eine Schweinepfote wäre jetzt das Richtige. Aber dieser Gestank nach zwei Wochen...

Mein Blick wandert zur Uhr, halb vier. Ich glaub es hackt!

Früher ging das alles, die Nacht durchgesoffen und bis um fünf in der Diskothek getanzt und anschließend zur Arbeit. Dort noch fix acht bis vierzehn Espresso in den Kopf geknallt, zehn Minuten mit dem Kopf an der Wand gelehnt und danach war man ein neuer Mensch.

Ach ja, die Lehrzeit war schon geil. Aber jetzt? Heutzutage? Mit über 30 Jahren? Da biste froh wenn du Traumschiff vom Bett aus kucken kannst und nach fünf Minuten Vorspann die Augen zumachst.

 Und jetzt? Die Familie schläft und meine Gedanken spielen Stuhlkreis mit dem Alien aus der Schokobon Werbung. Mal schauen wer jetzt noch online ist bei Facebook. Niemand! Vielleicht ja bei Whatts App. Niemand! Hab ja noch Quizduell. Kann ich das auch gegen mich spielen?

Plötzlich starren mich in der Dunkelheit zwei Augen an.

Ich glaub ich muss das Laken wechseln. Mein Herz ist mir aus der Brust gesprungen und rennt durch den Flur, wahrscheinlich hat es ein Date mit dem Schokobon.

Das kann nur ein Traum sein!

Unser Bett ist 1,80 m breit. 90 cm besitzt mein Mann, dann kommt eine Weile gar nichts, die nächsten 40 cm gehören meinem Sohn, dann komme ich und kann ganze zehn Zentimeter mein Eigen nennen und neben mir liegt meine Tochter, mit den übrigen 40 cm.

Wir haben aber noch zwei Katzen!Und wo liegen die? Natürlich bei mir! Weil ich mich am Wenigsten bewege!

Wie denn auch, da hat ja eine Sardine in ihrer Dose mehr Platz.

Nun machen auch die Prellungen an der Wirbelsäule einen Sinn, denn der Kleine schläft sehr gerne quer. Dann werden seine 40 cm mal ganz schnell zu einem Meter aufgerundet.

Endlich fallen auch mir die Augen zu.

Aber was hat dieser Krach zu bedeuten? Ist es wirklich schon halb sechs?

Wenigstens war es mir erlaubt für 15 Minuten meine Augen zu schließen.

Mein Fazit:

Wir brauchen dringend ein neues Bett! Ich wäre ja für 4 mal 4 Meter.

Meiner Großen binde ich für die Nacht eine Glocke um den Hals.

Ich sollte mal schauen ob meine Tetanus- Impfung noch aktuell ist.

7.2.15 22:44


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Die Email

Was macht man mit einem Einjährigen der hohes Fieber hat? Na klar, ab ins Bett. Und weil's so schön ist, leg ich mich dazu, wir wollen ja das der Kleine schön schläft und sich nicht aufregt.

Es hätte so schön klappen können, bis ich eine Nachricht von meiner Versicherung bekam, ich solle ganz dringend benötigte Unterlagen per Mail zusenden. Da war die Uhr halb zehn.

Ich kroch also aus dem Bett und suchte die Unterlagen raus, natürlich liegt sowas immer im gleichen Zimmer, in dem gerade äußerste Ruhe angebracht war. Selbstverständlich wurde das Kind wach und weinte und weinte.

Komm auf Mamas Arm, wir wollen ja nicht das das Fieber weiter steigt. Zwischendurch einmal im Kreis kotzen, das macht Spaß und bringt die gute Laune zum Überkochen. Also Kind auf dem Arm und drei Aktenordner unters Kinn geklemmt. Ab ins Wohnzimmer auf die Couch.

Warum fliegen sämtliche Zettel durch die Wohnung und verstecken sich dann jeweils einzeln in irgendwelche Schubfächer? Kind wieder auf dem Arm und Schrank durchsuchen. Ab und zu kommt eine kleine Beschwerde mit einem begleitenden Jammern.

Alle Unterlagen da, wird ja auch Zeit, ein Blick auf die Uhr, zehn nach halb elf.

Auweia. Laptop unter dem Arm geklemmt, auf dem das Kind sitzt, unterm anderen Arm der Drucker, der zugleich einen Scanner besitzt. Und den Mund voll mit Kabelei, ich glaube wir bräuchten ein Büro. Laptop auf die Couch und Drucker daneben, Esstisch ist vollgestellt mit Weihnachtsdeko, wozu hat man das Ding auch. Drucker in die Steckdose, nur noch mit dem Laptop verbinden und dann geht's los. Es wäre zu schön gewesen.

Laptop ist natürlich leer, eigentlich wie immer da der Akku eine Leistung von minus 0 hat. Also Laptop in die Steckdose, natürlich mit einer Verlängerung, wer ist denn schon mit zwei Steckdosen in greifbarer Nähe gesegnet?

Ein Blick auf die Uhr, elf Uhr, oje nun aber zackig.

Laptop anschalten, mit einer Kurbel würde es schneller gehen, nach acht Minuten ist er verwendbar, in dieser Zeit werden woanders Häuser errichtet. Ab und zu eine kleine Beschwerde von dem kranken Bündel auf meinem Schoß.

Nun kann es endlich losgehen, sechs Seiten scannen, eine machbare Aufgabe. Dachte ich. Das Scannen von Seite 1 dauerte 3 Minuten, Seite 2 dauerte 5 Minuten. Irgendetwas stimmt da nicht. Egal, habe keine Zeit um darüber nachzudenken. Seite 3 dauerte 7 Minuten. Zwischenzeitlich fingen meine Beine an zu kribbeln, na toll, dabei hat mein kleiner Zwerg gerade die Augen zugemacht.

Ach nicht so schlimm, dann kaufe ich mir neue Beine, nachdem diese abgestorben sind.

Endlich sind alle Seiten durchgescannt, schnell noch auf den Browser klicken und hochladen. Unsere Wände scheinen ziemlich dick zu sein oder warum dauert es gefühlte 10 Minuten bis der Laptop die Mailseite aufschlägt? Wahrscheinlich wohnen wir zu weit vom Internet entfernt.

Aber hat nicht noch Jemand vor kurzem erst das Internet gelöscht?

Zwölf Uhr, ich darf eine Email schreiben, mit einer Hand, naja einem Finger, den Kleinen, meiner linken Hand. Nur nicht bewegen, sonst wird der Kleine wieder wach.

12.15 Uhr, alles fertig, Email kann verschickt werden. Einmal nur kurz bewegen, der Fuß hängt im Kabel. Zack, Laptop schwarz. Stecker raus. Ich weiß gerade nicht ob ich heulen soll.

Laptop wieder an. Acht Minuten später, wo ist nur dieses Internet hin, es war doch gerade noch hier.

Ui, da werde ich gefragt ob die Sitzung wieder hergestellt werden soll? Was soll diese Frage, ich sitze seit zwei Stunden ohne mich zu bewegen. In meinem Mailzugang steht was von angefangener Email, endlich mal was positives.

Diese weiße Seite kommt mir sehr bekannt vor, vor ein paar Stunden hatte sie mich schon einmal begrüsst. Selbstverständlich schreibe ich die Email erneut, das mache ich doch gerne. Zum 34. Mal wünschte ich mir den Tod für diese erbärmliche Schreibmaschine.

Bloß nicht so laut denken, das kranke Kind wird wach, nun aber schnell die Mail losschicken.

Ein Blick zur Uhr, 13 Uhr, ging ja doch schneller wie gedacht.

Mein Fazit:

Beim nächsten Mal nehme ich wieder die Brieftaube.

Wir müssen dringend über eine größere Wohnung nachdenken, in der der Laptop sein eigenes Kämmerchen bekommt, direkt neben dem Drucker.

Diese Wohnung muss dann aber viel näher am Internet sein.

28.2.05 17:13


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